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Vom 11. bis 14. Oktober 2025 durfte ich am Planspiel „Jugend und Parlament“ im Deutschen Bundestag teilnehmen – eine Erfahrung, die ich so schnell nicht vergessen werde. Mehrere hundert Jugendliche aus ganz Deutschland kamen zusammen, um für vier Tage in die Rollen von Abgeordneten zu schlüpfen und selbst Politik zu gestalten.

Ankommen und Einstieg

Am Samstag begann das Programm mit dem Empfang im Paul-Löbe-Haus, wo wir begrüßt und in unsere Gruppen eingeteilt wurden. Schon beim Eintreffen herrschte eine gespannte, aber fröhliche Atmosphäre – man merkte sofort, dass alle mit großem Interesse und viel Neugier dabei waren. Nach einer kurzen Einführung und einer Hausführung durch den Bundestag begann für uns das eigentliche Abenteuer: das politische Planspiel.


Ich war Teil der EVP-Fraktion, einer der fiktiven Fraktionen, in denen wir Teilnehmer organisiert waren. Jede Fraktion vertrat eigene politische Ziele und Grundhaltungen, ähnlich wie im echten Bundestag. Gemeinsam sollten wir in den folgenden Tagen Gesetzentwürfe beraten, diskutieren, verändern und schließlich im Plenum beschließen.

Der Ablauf – Politik hautnah erleben

Am Sonntag starteten wir früh mit den Landesgruppen- und Fraktionssitzungen. Dort wurden zunächst Fraktionsvorsitzende und Schriftführer gewählt, bevor wir uns intensiv mit den vorliegenden Gesetzesvorlagen beschäftigten. Wir bildeten Arbeitsgruppen und Ausschüsse, um einzelne Themen genauer zu diskutieren. Dabei ging es um aktuelle politische Fragen, die wir selbst mit Argumenten, Änderungsanträgen und Kompromissvorschlägen ausgestalten durften.

Besonders spannend war für mich zu erleben, wie viel Kommunikation, Argumentation und Strategie in parlamentarischer Arbeit steckt. In der EVP-Fraktion haben wir leidenschaftlich diskutiert – manchmal gab es unterschiedliche Meinungen, aber am Ende fanden wir fast immer einen gemeinsamen Nenner. Ich konnte sehen, wie wichtig es ist, zuzuhören, abzuwägen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Am Montag folgten dann die Plenardebatten im Reichstagsgebäude. Im echten Plenarsaal des Bundestages zu sitzen und selbst eine Rede vorzubereiten oder an Diskussionen teilzunehmen, war ein großartiges Erlebnis – fast ehrfurchtgebietend. Hier wurden die vorbereiteten Gesetzesentwürfe vorgestellt, verteidigt oder kritisch hinterfragt. Ich habe gelernt, wie wichtig gute Vorbereitung, Teamarbeit und klare Kommunikation für die politische Arbeit sind.
Begegnungen und Eindrücke

Neben dem Planspiel selbst gab es viele Gelegenheiten, mit echten Politikern ins Gespräch zu kommen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir mein Treffen mit Frau Dr.Christina Baum, Bundestagsabgeordnete. Wir führten ein sehr freundliches und interessantes Gespräch, in dem sie offen über ihre Arbeit, ihre politische Verantwortung und die Herausforderungen des Alltags sprach. Auch ihre Mitarbeiterin, Frau Prause, durfte ich kennenlernen – beide waren ausgesprochen herzlich, offen und interessiert. Dieses Gespräch hat mir gezeigt, dass Politik nicht nur aus Debatten und Gesetzen besteht, sondern vor allem von Menschen lebt, die sich mit Leidenschaft engagieren und Verantwortung übernehmen.

Persönliches Fazit

Das Planspiel „Jugend und Parlament“ hat mir einen tiefen Einblick in parlamentarische Abläufe gegeben. Ich habe erlebt, wie viel Arbeit, aber auch Begeisterung und Leidenschaft in der politischen Arbeit stecken. Besonders beeindruckt hat mich, wie demokratische Prozesse funktionieren – vom ersten Vorschlag über die Kompromisssuche bis hin zur Abstimmung im Plenum.
 
Ich nehme aus diesen Tagen nicht nur viele neue Kenntnisse über Politik mit, sondern auch den Wunsch, mich künftig selbst stärker einzubringen. Das Planspiel hat mir gezeigt, dass Politik spannend, lebendig und menschlich ist – und dass jeder und jede von uns die Möglichkeit hat, etwas zu bewegt. 

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