Das Fachgespräch im Gesundheitsausschuss zur „Versorgungslage von Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland“ hat mich nachdenklich zurückgelassen.
Es bestätigt, was ich schon lange befürchtet habe und was sich in den politischen Debatten der etablierten Parteien abzeichnet: Es gibt Bestrebungen, Schwangerschaftsabbrüche zu entkriminalisieren und zu entstigmatisieren. In dieser Agenda scheint das ungeborene Leben kaum noch eine Rolle zu spielen. Studien wie die ELSA-Studie werden herangezogen, um den Fokus weiter einseitig auf die Enttabuisierung von Abbrüchen zu legen.
Es droht ein anderer Blick aus dem Fokus zu geraten: der auf das ungeborene Kind.
So wichtig Studien, Zahlen und politische Konzepte sind –sie dürfen nicht verdecken, worum es im Innersten geht.
Wir reden nicht über Statistik, sondern über Menschen. Über kleine Menschen mit eigener DNA, eigenem Herzschlag, eigener Würde.
Jeder von ihnen ist einzigartig und unwiederbringlich. Leben beginnt nicht erst mit der Geburt. Es wächst leise, unscheinbar, und es vertraut uns sich an, lange bevor es Worte findet.
Diese Zerbrechlichkeit ruft uns – als Familie, als Gesellschaft, als Staat – in eine besondere Verantwortung: die Schwächsten zu schützen.
Deshalb braucht es eine Kultur des Hinschauens statt des Wegschauens.
Eine Kultur, die niemanden verurteilt, aber auch nicht so tut, als sei das Ende eines kleinen Lebens nur eine Frage der Organisation.
Ich möchte eine Stimme sein für die, die keine haben.
Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit ausgestreckter Hand. Nicht gegen jemanden, sondern für jemanden. Für das Kind, das schon da ist. Für die Mutter, die Kraft braucht. Für eine Gesellschaft, die sich an ihren Schwächsten messen lässt.
Denn: Jedes Kind ist ein Geschenk, das um Schutz bittet.
